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Texas,
irgendwo in der Wildnis, eineinhalb Autostunden von Austin. Hier liegt das
BoyScout-Camp, eine Ansammlung von kleinen Hütten in der sonst abenteuerlustige
amerikanische Kids ihre Ferien verbringen.
Doch
dieses Wochenende stand unter einem anderen Zeichen: dem des Tigers und des
Drachens, denn es fand ein Seminar und ein Treffen von einigen der höchstgraduierten
Meistern in Ed Parkers American Kenpo System statt. Seit dem Tod Parkers im
Dezember 1990 sind viele unschöne Dinge passiert, die Kenpo-Szene ist
gespalten. Viele der engsten Schüler Parkers gründeten eigene Organisationen,
andere mussten die International Kenpo Karate Association, die für sich noch
immer in Anspruch nimmt, der "Originalverband" zu sein, verlassen,
weil es mit Parkers Witwe Leilani zu Unstimmigkeiten kam. Sie fährt nun die
Organisation mit straffer Hand, was von vielen kritisiert wird, da sie selbst
nie Kenpo betrieben hat
Als
Speakman und Sepulveda ankamen, trainierten die Gruppen bereits seit längerer
Zeit, im Freien, auf Sand oder Grasboden. Einige der Lehrer begutachteten das
Training von einer schattigen Veranda aus, andere standen in der Hitze und
unterrichteten. Richard "Huk" Planas, einer der ersten Schüler
Parkers und heute Träger des 8. Dan, zeigte den Blackbelts verschiedene
Messerkampftechniken. Hier konnten einige auch Parallelen zu philippinischen
Systemen erkennen. Übungen für den "Kenpo-Flow" zeigte Frank Trejo,
ebenfalls ein langjähriger Schüler Parkers, der heute allerdings an die 200
Kilo wiegt. Seine Trapping-Techniken erinnern stark an das JeetKune-Do, wodurch
gezeigt wurde, da sich die Kenpoists nach allen Seiten hin offen halten.
In
den anderen Pools unterrichteten neben dem Ausrichter Brian Duffy (5. Dan) Steve
La Bounty und Tom Kelly, später dann auch Brian Hawkins und Barbara Hale. Unter
den Teilnehmern befand sich unter anderem auch Edmund Parker Jun., der bewusst
keine Sonderstellung einnehmen wollte. Später am Abend kam wirklich
sentimentale Cowboystimmung auf: Unter dem klaren Sternenhimmel erzählten die
"Seniors" am Lagerfeuer von den alten Tagen, von damals, als sie
selbst noch jung waren und unter "EP" trainierten. Brian Hawkins, der
in Jeff Speakmans Filmen dessen Partner für die Kampfszenen darstellt, hält es
für wichtig, das gesamte Kenpo-Wissen zusammenzubringen. "Mr. Parker würde
sich sehr ärgern, wenn andere sagen, dass sie alles wüssten", meinte er.
Daher hielte er es für wichtig, einen "Seniors Council" zu gründen,
in dem die höchstgraduierten Vertreter des Stils, ohne Ansehen der
Verbandszugehörigkeit, zusammentreffen und ihr Wissen austauschen könnten -
Eine Idee, die später freudig aufgenommen wurde: Steve La Bounty und Tom Kelly
stehen der Gruppe nun vor.
La
Bounty meinte, er könne sich als Lehrer erst dann zurückziehen, wenn er etwas
an der Kunst verbessert habe. Gespannt lauschten natürlich alle dem kurzen
Vortrag von Jeff Speakman. Er erzählte kurz von seinem neuesten Filmprojekt
"The Expert", der auf dem besten Drehbuch basiere, da er je gelesen
hatte. Auch fühle er eine große Last auf seinem Rücken, da es nicht immer
einfach sei, Ed Parkers Kunst in der Öffentlichkeit so zu repräsentieren. Mit
Tränen in den Augen erinnerte er
Die
"Seniors" schlossen sich nun zusammen, um die genaue Zukunft des
"American Kenpo Senior Council" zu planen. Dabei sieht es gut aus,
denn abgesehen von Larry Tatum, Joe Palanzo und Chuck Sullivan haben sich die höchsten
Vertreter dieser Gruppe angeschlossen. Wie sich die Gruppe durchsetzen wird, weiß
nur der Himmel.
Jeff
Speakman musste bereits am nächsten Morgen weiterreisen, da er in El Paso ein
Seminar abhalten musste. Als Kenpo-Botschafter ist er eben sehr gefragt.
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